Hören findet nicht im Ohr statt sondern im Gehirn. Hier erst werden die Signale, die vom Ohr übertragen werden, in Sprache und/oder Geräusche umgesetzt. Beides voneinander zu unterscheiden ist für das Gehirn Hochleistung. Und genauso wie ein Hochleistungssportler trainieren muss, um seine Ziele zu erreichen, kann auch das Gehör trainiert werden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir anbieten.
 

Konventionelles Hörtraining

Wir haben zusammen mit dem Freiburger BlickLabor und dessen Gründer und Leiter Professor Dr. Burkhart Fischer ein Gerät entwickelt, den Fono-Forte-Hörtrainer, mit dem das ganz einfach geht. In einer umfangreichen Studie wurde nachgewiesen, dass es sowohl bei Normalhörenden als auch bei Schwerhörigen möglich ist, die auditive Differenzierungsfähigkeit und das Sprachverständnis zu verbessern. Die Übungen können zuhause durchgeführt werden. Sie sind einfach und verständlich aufgebaut und für alle Altersklassen geeignet. Zum Abschluss gibt es ein Zertifikat mit den Ergebnissen und dem persönlichen Trainingserfolg.
 

Training durch Hörübungen

Diese Übungen werden in Übungseinheiten à 45 min. in unserem Hause durchgeführt und trainieren die Sprachverständlichkeit und die Geräuschunterscheidung. Vor allem bei länger andauernder Schwerhörigkeit ist das besonders hilfreich, um den Einstieg beim Tragen eines Hörsystems zu erleichtern. Vergleicht man das Gehör mit einer Behörde, dann ist das Ohr der Posteingang, die Weiterleitung ans Gehirn ist die Sachbearbeitung und die Verarbeitung findet in der Chefetage statt. Funktioniert der Posteingang nicht mehr richtig, kann auch die Chefetage nicht optimal arbeiten. Wird nach langer Zeit der Posteingang (mit einem Hörsystem) optimiert, dann ist die Chefetage zunächst mit der Flut der ankommenden Post überlastet und muss erst wieder lernen, damit klar zu kommen. Hier setzt das Hörtraining an, das Gehirn wird sozusagen „gecoacht“. Bereits nach wenigen Trainings-Stunden kann man eine Verbesserung bemerken. Die Einheiten werden von uns individuell abgestimmt, je nach Art und Grad des Hörverlustes, aber auch der Dauer.
 

Oft reicht die Hörgeräteanpassung nicht aus. Das neue Hören mit einem Gerät muss eingeübt und erlernt werden.
Dieser Schritt soll Ihnen in der Therapie erleichtert werden.
 

Audiotherapie

Ein schleichender Hörverlust führt zu „Hörentwöhnung”, man hat sich daran gewöhnt, vieles nicht mehr zu hören. Der Rückzug aus dem kommunikativen Leben ist vorprogrammiert. Mit dem Einsatz eines Hörgerätes sind nicht immer sofort diese Probleme behoben. Denn es muss jetzt wieder eine Hörgewöhnung erfolgen. Dies kann ein langwieriger Prozess sein, der Begleitung erforderlich macht. Diese Begleitung erfolgt in der Audiotherapie durch eine unterstützende Förderung. Ein aktiver Umgang mit der Hörstörung kann zu mehr Lebensqualität führen. Audiotherapie hilft somit auch, Folgekosten einer Hörstörung zu minimieren und unterstützt Hörgeschädigte beim Erwerb von aktiven Bewältigungs- strategien. In der Audiotherapie erhalten Sie auch Informationen über sozialrechtliche Bestimmungen, damit Sie Ihre Rechte kennen und Sie auch in Anspruch nehmen können.
 

Was bietet Audiotherapie?

Audiotherapie bietet Menschen mit Hörstörungen, Tinnitus, Auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) und Geräusch- überempfindlichkeit (Hyperakusis) eine Fülle von Therapiemaßnahmen an.

- Hör- und Kommunikationstaktik
- Hörtraining
- Tinnitustherapie
- Absehtraining
- Sozialrechtliche Fragen
- Beratung und Handhabung technischer Hilfsmittel
- Manualsysteme zur Verständigung
- Krankheitsbewältigung
- Wissen um die Möglichkeiten und grenzen des Hörens, bzw. der Hörsysteme
- Desensibilisierung bei Geräuschüberempfindlichkeit
- Entspannungstechniken